Wir starten nach einem großen schottischen Frühstück. Es geht bei Sonnenschein zunächst durchs Dorf, wo wie am Abend zuvor ein Hirsch friedlich auf der Dorfwiese grast. Dann wird es anstrengend, denn rund 300 der 538 Höhenmeter stehen gleich am Anfang an.
Dafür werden wir nach dem Aufstieg mit einem schönen Blick auf Kinlochleven belohnt. Weiter geht es dann auf einer Art Höhenweg, teilweise kann man kilometerweit sehen, wohin es gehen wird




Genau auf halber Strecke finden wir diesen riesigen Steinhaufen vor und daneben auf einer Infotafel die Geschichte dazu. Hier fand einst eine blutige Schlacht zwischen den Clans der Campbells und der MacDonalds statt. Heute sollen Sympathisanten der MacDonalds einen Stein hinzufügen und die der Campbells einen Stein wegnehmen. Bei dem riesigen Haufen scheinen die MacDonalds offenbar mehr Freunde zu haben.

Bisher führte unsere Route entlang einer alten Militärstraße, jetzt wird der Weg schmaler. Landschaftlich gefällt uns dieser Abschnitt besser. Ein verschlungener Pfad, der durch die wilde Natur führt. Den Ben Nevis immer voraus.




Außer ein paar Schauern, die für unsere Regenausrüstung keine wirkliche Herausforderung sind, meint das Wetter es heute gut mit uns, sodass wir uns auch mal eine längere Pause gönnen können.


Nach 26 Kilometer haben wir das offizielle Ende des West Highland Way erreicht. Obwohl wir nur 3 Etappen, aber immerhin 61 Kilometer gelaufen sind, finden wir, dass wir ein Foto verdient haben.


Unser Fazit zum West Highland Way: Landschaftlich wunderschön und von den Höhenmetern definitiv machbar. Einkehrmöglichkeiten, Schutzhütten oder Bäume zum Unterstellen gibt es nicht. Das heißt: Man ist dem Wetter ausgeliefert und das kann hier ganz schön hart sein. Wir mussten keine Tagesetappe im Regen laufen, bekamen aber zwischendurch immer Mal eine Idee davon, was Wind und Regen hier so können.
Wir haben uns bewusst für den Kurztrip entschieden. Zum einen, weil es der schönste Abschnitt sein soll. Zum anderen, weil das Wetter unberechenbar ist. Wir würden es tatsächlich wieder so machen, auch weil wir inzwischen wissen, dass man in der Region noch sehr viele andere schöne Dinge machen kann.
Das Gepäck haben wir uns von einem Service fahren lassen, die Unterkünfte haben wir selbst gebucht. Das ist ein bisschen zeitaufwändiger, aber im Vergleich zu den komplett organisierten Touren kann man einiges sparen.

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