Shkodra – unser Auftakt in Albanien

Albanien? Für viele ist das Land auf der touristischen Landkarte Europas noch ein ziemlich weißer Fleck, aber genau das reizt uns.

Nach der Landung in Tirana machen wir uns auf den Weg nach Shkodra im Norden. Eingecheckt haben wir im Hotel Tradita, eine gute Wahl.

Im Innenhof genießen wir ein sehr leckeres Abendessen.

Shkodra zu Fuß

Am nächsten Morgen starten wir ganz klassisch mit einem Stadtbummel.
Die Innenstadt ist schön. Rund um die Fußgängerzone wurden viele Häuser restauriert, die Fassaden sind hübsch hergerichtet, Cafés und Restaurants reihen sich aneinander. Alles wirkt sehr lebendig.

Nur um die Ecke gibt es allerdings auch Überbleibsel der kommunistischen Zeit.

Neben der katholischen Stephan-Kathedrale gehören auch eine Moschee und eine orthodoxe Kirche zum Stadtbild.

Mitten in der Stadt liegt ein kleines Fotomuseum. Die permanente Ausstellung ist okay. Wirklich beeindruckend waren die Fotografien von Gjon Mili, ein albanisch-amerikanischer Fotograf, der 1904 in Korça geboren wurde. Bekannt wurde er durch seine beeindruckenden Fotografien von Bewegung, bei denen er mit Licht und langen Belichtungszeiten experimentierte.

Bilder sind aus dem Netz, waren aber auch im Museum zu sehen.

Lichtmalerei mit Pablo Picasso.

Shkodra von oben: die Rozafa-Burg

Nach unserem Rundgang durch die Stadt geht es weiter zur Rozafa-Burg, dem Wahrzeichen der Stadt.

Rozafa ist keine Burg, die irgendwann einmal gebaut wurde und seitdem unverändert herumsteht.

Die Anfänge reichen bis in die Zeit der Illyrer zurück. Danach kamen unter anderem Römer und Byzantiner. Später spielten die Venezianer eine wichtige Rolle und schließlich übernahmen die Osmanen die Festung.

Kurz gesagt: Wer irgendwann einmal in dieser Ecke Europas etwas zu sagen hatte, scheint auch hier oben vorbeigeschaut zu haben.

Entsprechend abwechslungsreich sehen die Ruinen heute aus. Mauern, Tore, alte Gebäudereste – vieles ist nur noch zu erahnen, manches noch erstaunlich gut erhalten.

Hier eine Kirche, die zur Moschee umfunktioniert wurde, der Turm ist das ehemalige Minarett.

Düstere Burglegende

Die Legende erzählt von drei Brüdern, die die Burg errichten wollten.

Das Problem: Alles, was sie tagsüber bauten, stürzte nachts wieder ein.

Ein weiser Mann erklärte ihnen schließlich, dass die Mauern nur Bestand haben würden, wenn eine Frau in die Burg eingemauert werde.

Das Los fiel auf Rozafa, die Frau des jüngsten Bruders.

Rozafa akzeptierte ihr Schicksal, stellte aber eine Bedingung. Ein Auge, eine Hand, ein Fuß und eine Brust sollten frei bleiben, damit sie weiterhin ihr Kind sehen, streicheln, wiegen und stillen könne.

Hier tropft angeblich immer noch die Mutter Milch.

Wir trinken etwas anderes auf die tragische Heldin und genießen dann die großartige Aussicht.

Ein bisschen außerhalb der Stadt schauen wir uns noch osmanische Brücken-Ingenieurkunst an. Leider führt der Fluss im Sommer kein Wasser, aber es hat sich dennoch gelohnt.

Tags:

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Latest Comments

Es sind keine Kommentare vorhanden.