Das ist heute mein Ausblick beim Schreiben.
Cusco liegt uns zu Füßen, aber der Aufstieg zu unserem Appartement ist ganz schön beschwerlich, da die Luft auf 3399 Meter ganz schön dünn wird. Konditionstraining ist hier inklusive.

Die Andenstadt Cusco ist 3000 Jahre alt und damit die älteste bewohnte Stadt Amerikas. Für die Inkas, die hier vom 13. bis ins 16. herrschten, war die Stadt der Nabel der Welt.
Am ersten Tag lassen wir uns ein bisschen treiben, erkunden die quirlige Innenstadt auf eigene Faust




Am zweiten Tag kombinieren wir erneut peruanische Geschichte mit peruanischer Kulinarik.
Wir starten mit Essen. An einem Straßenstand bekommen wir eine Tamales zum Frühstück. Tamales sind Teigtaschen aus Maismehl, die entweder süß oder herzhaft gefüllt werden und in ein Maisblatt gehüllt werden – eine wirklich nachhaltige Verpackung.

Wir kaufen bei Josefina, also eigentlich bei einer Nachfahrin, denn Josefina gründete 1924 ihr Geschäft. Sie ist bis heute die einzige Straßenhändlerin, die dafür eine offizielle Erlaubnis hat, was jedoch nicht heißt, dass sie die Einzige ist. Die anderen packen nur schnell alles ein, wenn eine Polizeistreife kommt.

Weiter geht es über eine Inkastraße mit Resten von Inkamauern. Die Inkas bauten Mauern ohne Mörtel und sogar erdbebensicher, indem sie konkave und konvexe Steinseiten ineinander setzten. Ganz schön clever, denn so konnte die Mauer sich bei einem Erdbeben in sich bewegen und den Kräften standhalten.

Auf der Inkastraße ist auch unser nächster Stopp. Hier wird gebraut, nämlich ein Art Bier aus Mais, das noch verschiedene Fruchtnoten zugesetzt bekommen kann. Wir probieren eines mit Erdbeergeschmack – lecker. Das Maisbier heißt Chicha und hat hier eine lange Tradition, denn die Herstellung geht auf die Inkas zurück. Entsprechend traditionell beziehungsweise rituell ist auch die Verkostung. Wir tauchen drei Finger ins Glas und spritzen zunächst dreimal Richtung Sonne, dann Richtung Berge und zuletzt Richtung Erde. Ich hatte ein bisschen Sorge, dass mein Probierglas leer ist, bevor ich trinken darf.


Mit Chicha geht es weiter, denn wir gehen in ein Restaurant, das Chicha-Suppe anbietet. Die Suppe symbolisiert den Mix der Kulturen. Die Chicha steht für die Inkas, die Spanier brachten mit Fleisch, Zwiebeln und Knoblauch eigene Geschmacksnoten mit ein.
Besondere Geschmacksnoten scheinen hier üblich zu sein, denn in einem Bistro bekommen wir Kaffee mit Geschmacksnoten von Zwiebeln und Orangen, klingt eklig, war aber lecker.
An vielen Gebäuden lassen sich auch die Einflüsse der verschiedenen Kulturen erkennen. Auf den Sonnentempel der Inkas bauten die Spanier eine katholische Kirche. Die Häuser haben oft als Fundament eine Inkamauer, das eigentliche Haus wurde dann im Kolonialstil mit orientalischem Einfluss (durch die Mauren, die in Spanien waren) gebaut.

Sonnentempel und Kirche

Mauerbau: Inka links, Spanier rechts

Markthallen sind in Peru in jeder Stadt einen Besuch wert, so auch in Cusco. Wir schlendern durch die verschiedenen Gassen, da gibt es wirklich alles, sortiert nach Gängen: Vom Gang für Früchte über den Gang für Fleisch, Fisch und Kräuter bis hin zum Gang für ursprüngliche Rituale (Einkäufe von diesen Ständen kämen nicht durch den deutschen Zoll).


Wir probieren Käse, ein traditionelles Maisgericht (Choclo con Queso), wo gekochter Mais mit Käse kombiniert wird sowie verschiedene Früchte und einen Smoothie, bei dem man die Frische der Früchte schmeckt.



Hier wird das Schälen zur Herausforderung, ein Test für angehende Schwiegertöchter.
Zum Abschluss der Tour gibt es noch ein besonderes Eis. Es wird auf Bestellung hergestellt. Man kombiniert die Basis mit einer Geschmacksnote. Ich habe mir Pisco ausgesucht, der Likör der Region, dann sucht man sich eine Frucht-Note aus und wählt ein Topping – sehr lecker.
Nach der Tour bummeln wir noch ein bisschen durch Cusco, denn in der Stadt ist einiges los. Was genau gefeiert wird, konnten wir nicht herausfinden. Es scheint irgendwie eine Kombi aus Stadt- und Heiligenfest zu sein – in Vorbereitung auf das Fest zur Sonnenwende Ende Juni. Den ganzen Monat gibt es irgendwelche Feste, gestern gab es einen Wettbewerb für Kindertanzgruppen, heute wurden die Heiligen durch die Straßen getragen, eine katholische Prozession, wie man sie in Deutschland nicht erleben würde.







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