Backcountry in Finnisch Lappland

Als wir geplant haben, im Winter nach Finnland zu fahren, haben wir uns bewusst gegen den klassischen Alpin-Skiurlaub entschieden. Es sollte ein Winterurlaub werden mit verschiedenen Winteraktivitäten und da darf natürlich Langlauf nicht fehlen, denn:

Langlauf hat hier eine lange Tradition  – Schulen, Städte und sogar Dörfer haben gespurte Loipen, oft direkt vor der Haustür. Die Landschaft ist flach, weit und perfekt für ausgedehnte Touren, während hohe Berge für klassisches Abfahrtsfahren fehlen. Abfahrtsski ist vor allem bei Touristen beliebt, Langlauf dagegen Teil der finnischen Kultur.

Es geht wieder zum Skiresort, oben angekommen bin ich eis-ergraut, weil es wie auch die Tage zuvor knackig kalt ist.

Wir gehen mit einer Skilehrerin in die Loipe, um die Basics an Technik zu lernen und ich muss gestehen: Ich habe es mir einfacher vorgestellt. Insbesondere das Bergabfahren auf den dünnen Ski ist für mich eine echte Herausforderung. Schneepflug, den ich mit Alpinski locker hinkriege, geht gar nicht, also einfach laufen lassen und zur Not (laut Skilehrer) kontrolliert fallen. Das heißt: Russenhocken und zur Seite kippen. Habs nicht probiert, kann also nicht sagen, ob es funktioniert hätte. Dafür hat es mit dem Laufen lassen geklappt, bin zum Glück auf kein Hindernis gestoßen.

War auf jeden Fall den Versuch wert, Landschaft war toll und auch die Ruhe im Wald.

Neuer Tag. Neue Ski. Eine Art Tourenski, aber ohne Bindung. Stattdessen werden die eigenen Schuhe festgezurrt. Bremsen geht mit diesem Ski zu meinem Bedauern auch nicht, aber das braucht man im Tiefschnee zum Glück auch nicht.

Mit einem Guide fahren wir in den Pallas-Yllästunturi National Park. Wir wandern abseits irgendwelcher Loipen und Wanderwege. Stattdessen ziehen wir in den Wäldern oder auf verschneiten Mooren unsere eigene Spur. Ein tolles Erlebnis.

Die Landschaft ist spektakulär, die Stille im verschneiten Wald großartig. Unser Guide erklärt uns, dass es nirgendwo anders so saubere Luft wie hier gäbe. Es fühlt sich so an, als könne er Recht haben und so nehmen wir noch einen extratiefen Atemzug.

Das Thermometer zeigte heute Morgen wieder 25 Grad Minus an. Zur Sicherheit habe ich 4 Lagen angezogen, aber nicht gebraucht beziehungsweise es war zu viel, hätte nicht gedacht, dass man bei diesen Temperaturen tatsächlich ins Schwitzen kommen könnte, wurde aber eines besseren belehrt.

Mittagspause machen wir in einer Hütte. Wir grillen am offenen Feuer Würstchen und rösten Brot. Dann geht es auf einem anderen Weg zurück, damit wir wieder erste Spuren ziehen können.

Insgesamt ein tolles Erlebnis in einem Winterwunderland.

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