Naturschauspiel Nordlichter

„Nordlichter sehen“ stand auf unserer Bucket Liste und wir können definitiv einen Haken setzen. Die ersten vier Nächte hatten wir Glück, es waren sternenklare Nächte, sodass wir das großartige Naturschauspiel erleben konnten. Sogar tanzende und violette Nordlichter waren dabei.

Leider haben die Finnen eine wirklich gute Straßenbeleuchtung, sodass es schwerfiel in laufbarer Umgebung einen wirklich dunklen Ort zu finden. Eine Tour haben wir nicht gebucht. Stattdessen brauchten wir einfach nur vor die Tür zu gehen.

Was sind Nordlichter eigentlich?

Nordlichter, auch Aurora Borealis genannt, entstehen hoch oben in der Atmosphäre, etwa 80 bis 300 Kilometer über der Erde. Geladene Teilchen aus dem Sonnenwind treffen auf das Magnetfeld unseres Planeten und werden zu den Polen gelenkt. Dort stoßen sie mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen zusammen – und diese Kollisionen lassen den Himmel leuchten. Grün ist am häufigsten, manchmal mischen sich Rot, Violett oder Blau darunter. So gefällt sogar mir Physik, es ist halt auch ein bisschen Magie dabei.

Ylläs ist perfekt, weil…

… Ylläs mitten im „Aurora-Oval“ liegt – einem ringförmigen Bereich um den magnetischen Nordpol, in dem Nordlichter besonders häufig auftreten. 

In Finnisch-Lappland werden Nordlichter an bis zu 200 Nächten pro Jahr beobachtet, vorausgesetzt der Himmel ist klar. In Ylläs gibt es kaum Lichtverschmutzung (außer der Straßenbeleuchtung) und trockene Kälte, die für oft klare Nächte sorgt.

2026 ist ein gutes Jahr für Nordlichter, denn: Die Sonne durchläuft etwa alle elf Jahre einen Aktivitätszyklus. Das Maximum des aktuellen Zyklus war 2025, aber auch 2026 soll die Sonnenaktivität weiterhin erhöht sein. Das bedeutet: mehr Sonnenstürme, mehr geladene Teilchen, mehr Chancen auf intensive Polarlichter.

Warum sehen die Nordlichter auf Fotos intensiver aus?

Das ist kein Betrug, sondern Technik. Kameras – vor allem mit langen Belichtungszeiten – sammeln Licht über mehrere Sekunden. Unser Auge dagegen reagiert in der Dunkelheit deutlich langsamer und weniger farbintensiv. Während wir oft zarte grüne Schleier sehen, verdichtet die Kamera das Licht zu leuchtenden Bögen und kräftigen Farben. Trotzdem: Das Gefühl, unter einem tanzenden Himmel zu stehen, die Kälte auf der Haut, das leise Staunen – das kann kein Foto einfangen.

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