Islands Südosten rund um Höfn

Jede Wanderung ist auf Island einzigartig. Die Landschaft ist einfach wunderschön und hat ihren ganz eigenen Charme. Das wirklich Besondere an dieser Insel bleiben jedoch unserer Meinung nach die Gletscher. Deshalb möchten wir von diesen Eislandschaften möglichst viele Varianten erleben.

Auf dem Weg zur Ostküste planen wir daher einen Stopp am nächsten Gletscher ein. Auf der Lagune des Fjallsarlon unternehmen wir eine Bootstour mit einem Zodiac.

Mit der richtigen Ausrüstung tuckern wir vorbei an kleinen Eisbergen, die in weiß, blau und schwarz schillern, bis in die Nähe der Gletscherkante. Dieser ist weniger mit Asche durch- und überzogen, sodass er nahezu komplett weiß erscheint.

Zurück an Land geht es auf der Ringstraße weiter Richtung Höfn. Allerdings wollen wir noch einen Stopp am Insta-Spot Nummer 1 machen, am sogenannten Diamond Beach. Wie beliebt dieser Ort ist, merkt man auch an den Parkgebühren. Diese werden auf Island nach Beliebtheit des Ortes berechnet. Bisher hatten wir 750 oder 1000 Isländische Kronen, am Diamond Beach sind es 1100 Kronen. Das sind knapp 8 Euro. Teuer, aber wir wollten mit eigenen Augen sehen, ob es am bekanntesten Strand Islands wirklich so viele nasse Füße zwischen Eisschollen gibt, wie in Social Media gezeigt.

Die erste Enttäuschung war, dass es zunächst gar keine Eisschollen am Strand gab, nur ein paar traurige Eisbrocken. Die Eisberge lagen noch alle in der nahe gelegenen Lagune. Ohne Frage wunderschön. Nach einem kurzen Spaziergang entlang der Lagune machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto und siehe da: einige Eisschollen treiben zum Strand, wo sie auch liegen bleiben.

Wir gehören mit zu den ersten, die vor Ort sind, um ein paar Fotos zu schießen und müssen nicht lange warten, bis wir die ersten nassen Füße sehen.

Christian würde sich am liebsten einen Liegestuhl nehmen, um zu beobachten, wie Menschen auf abgeschrägte Eisschollen steigen, die, welch Wunder, glatt sind, sodass man fast ganz ins Wasser gefallen wäre. Es ist auf jeden Fall amüsant anzuschauen.

Es werden schnell immer mehr Touristen, sodass wir uns auf den Weg zur nächsten Unterkunft machen. Ein Zimmer mit Aussicht.

Als Buchstabenschubserin habe ich mich übrigens gefragt, warum es im englischen eigentlich Iceberg heißt und nicht Icemountain. Warum wird zur Bezeichnung des Eisbergs das deutsche Wort „Berg“ verwendet? Das musste ich dann doch mal recherchieren. Das englische Wort „iceberg“ kommt ursprünglich aus dem Niederländischen „ijsberg“ („Eisberg“). Seefahrer aus den Niederlanden waren im 16./17. Jahrhundert viel in den Nordmeeren unterwegs. Deren nautische Begriffe gingen oft ins Englische über, so auch der Iceberg.

Die Wettervorhersage sah heute beschissen nass aus. Deshalb habe ich Google gefragt, was man denn bei Regenwetter im Südosten Islands machen kann. Als Vorschlag kam eine Therme. Nicht überraschend, darauf war ich auch schon gekommen. Ansonsten werden weiter Wanderungen vorgeschlagen. Die mystische, geheimnisvolle Stimmung  bei Regenwetter sei etwas ganz besonderes, die Landschaft wäre teilweise beeindruckender als bei Sonnenschein. Man muss sich den Regen nur schönreden.

Problem also gelöst: Wir unternehmen eine mystische Wanderung zur Mulagljufur Schlucht – ein spektakulärer Canyon mit steilen moosbewachsenen Felswänden und mehreren Wasserfällen.

Beeindruckend ist auch der Blick auf den Gletscher des Vatnajökull, der sich hinter der Schlucht ausbreitet. Leider ist die Sicht nicht optimal.

Trotz seiner Schönheit gilt der Canyon noch als eher ruhiger Geheimtipp abseits der bekanntesten Touristenrouten Islands.

Nachmittags gab’s dann Entspannung mit Aussicht.

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